Die ersten Blindnietmuttern wurden in den 1930er Jahren von BF Goodrich entwickelt, um Enteisungsgummi an Flugzeugflügeln zu befestigen. Heute sind TUBTARA Blindnietmuttern unverzichtbare Verbindungselemente in der Industrie geworden, die besonders in der Luftfahrt- und Automobilbranche eingesetzt werden.
Diese einzigartigen Befestigungselemente ermöglichen nicht nur eine einseitige Montage in dünnwandigen Komponenten, sondern bieten auch wiederverwendbare Gewinde von M3 bis M12. Insbesondere in der Automobilindustrie werden sie für sicherheitskritische Komponenten wie Sicherheitsgurte und Airbags verwendet. Darüber hinaus gewährleisten sie durch ihre beeindruckende Korrosionsbeständigkeit – mit über 4000 Stunden im Salzsprühtest bei Edelstahlausführungen – eine langlebige und zuverlässige Verbindung.
In diesem Expertenleitfaden erfahren Sie alles über die verschiedenen TUBTARA Varianten, deren fachgerechte Montage und wie Sie die optimale Blindnietmutter für Ihr spezifisches Projekt auswählen.
Grundlagen zu TUBTARA Blindnietmuttern und ihren Einsatzbereichen
TUBTARA Blindnietmuttern zeichnen sich als einteilige Gewindehohlniete aus, die rationell und ohne Nacharbeit „blind“ von einer Seite gesetzt werden können. Sie bieten eine wirtschaftliche Lösung für die Montage von unverlierbaren Gewinden, besonders wenn die Rückseite des Werkstücks nicht zugänglich ist.
Unterschiede zwischen Flachkopf, Senkkopf und Rändelschaft
Die Wahl der richtigen Kopfform bei TUBTARA Blindnietmuttern beeinflusst massgeblich deren Leistungsfähigkeit:
- Flachkopf: Bietet die maximale Auflagefläche auf dem Werkstück und lässt sich einfacher senkrecht zur Oberfläche ausrichten. Zudem gewährleistet diese Variante die höchsten Auspresskräfte und somit maximale Belastbarkeit.
- Senkkopf: Ermöglicht eine bündige Montage zur Werkstückoberfläche. Bei der Verwendung von Senkkopfmuttern ist eine einwandfreie 90° Ansenkung erforderlich. Nach der Montage soll der Senkkopf mindestens 0,1 mm vorstehen, damit das aufliegende Werkstück durch das Anziehen der Schraube fest auf den Überstand gedrückt wird, was ein Mitdrehen der Blindnietmutter verhindert. Allerdings sind die Auspresskräfte deutlich geringer als bei der Flachkopfvariante.
- Kleiner Senkkopf: Verfügt über einen minimalen Kopfüberstand, wodurch jedoch auch die Auspresskraft bis zum Versagen geringer ausfällt.
Hinsichtlich der Schaftformen gibt es ebenfalls wichtige Unterschiede:
- Rundschaft: Standardausführung für die meisten Anwendungen.
- Rändelschaft: Ideal, wenn besondere Anforderungen an die Verdrehfestigkeit gestellt werden. Diese Variante sollte jedoch nur in relativ weichen Materialien wie Aluminium eingesetzt werden.
- Sechskantschaft: Bietet zusätzliche Verdrehsicherheit für spezielle Anwendungen.
Typische Anwendungen für tubtara m6 und tubtara m8
TUBTARA Blindnietmuttern mit Gewindegrössen M6 und M8 finden in zahlreichen industriellen Bereichen Anwendung:
In der Automobilindustrie kommen sie bei der Befestigung sicherheitsrelevanter Bauteile wie Rückhaltegurte oder Airbags zum Einsatz. Zusätzlich werden sie im Leichtbau und Karosseriebau verwendet. Besonders die M8-Variante mit 11,1 mm Bohrungsdurchmesser und Klemmlängen von 1,7 bis 4,5 mm eignet sich hervorragend für tragende Verbindungen.
In der Luft- und Raumfahrt dienen sie zur Befestigung verschiedener Elemente wie statische Entladungsvorrichtungen und Inspektionsabdeckungen an der Flugzeugoberfläche. Sie sind ein idealer Ersatz für Schweissmuttern, da sie das Grundmaterial nicht verformen. Die TUBTARA-Spezialisten entwickelten für diesen Bereich spezielle Befestiger für Kompositmaterialien, Kunststoffe und Aluminiumkonstruktionen für Sitze und Tragflächen.
Weitere Einsatzgebiete umfassen den Schienenfahrzeugbau, Offshore-Anlagen, Marineanwendungen, die Medizintechnik und die Lebensmittelbranche.
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Vorteile gegenüber Schweissmuttern und Einpressmuttern
TUBTARA Blindnietmuttern bieten zahlreiche Vorteile im Vergleich zu konventionellen Verbindungselementen:
- Schnellere Montage: Sie sind die am schnellsten zu montierenden Muttern und benötigen vergleichsweise preiswerte Werkzeuge.
- Einseitige Zugänglichkeit: Im Gegensatz zu Einpressmuttern und Schweissmuttern können sie in Sacklochbohrungen eingesetzt werden und ermöglichen eine „blinde“ Montage.
- Schonende Verarbeitung: TUBTARA Blindnietmuttern sind wärmearm zu verarbeiten und verformen das Bauteil nicht. Dies ist ein klarer Vorteil gegenüber dem Schweissen.
- Umweltfreundlichkeit: Bei der Montage entstehen keine Nebenprodukte, die die Umwelt belasten oder zusätzliche Arbeitsschutzmassnahmen erforderlich machen.
- Materialvielfalt: Sie können in verschiedenen Materialien wie Stahl, Kunststoff, Verbundwerkstoffen und Glasfasern angebracht werden.
- Korrosionsbeständigkeit: TUBTARA-Blindnietmuttern aus Stahl verfügen bereits im Standardbereich mit ihrer Zinktop-Oberfläche über eine Korrosionsbeständigkeit von 480 Stunden im Salzsprühtest – ein Vielfaches gegenüber herkömmlichen Stahl-Blindnietmuttern.
- Automatisierbarkeit: Der Montageprozess ist vollständig automatisierbar, was zusätzliche Effizienzvorteile bietet.
Durch diese Kombination aus Flexibilität, Effizienz und Belastbarkeit haben sich TUBTARA Blindnietmuttern als unverzichtbare Verbindungselemente in zahlreichen industriellen Anwendungen etabliert.
Auswahlhilfe: Die richtige TUBTARA Blindnietmutter für Ihr Projekt
Bei der Auswahl einer TUBTARA Blindnietmutter für Ihr spezifisches Projekt spielen mehrere Faktoren eine entscheidende Rolle. Die sorgfältige Beachtung dieser Faktoren gewährleistet eine optimale Verbindung und verhindert spätere Probleme während der Montage oder im Einsatz.
Klemmbereich und Materialstärke richtig bestimmen
Der Klemmbereich bezeichnet die Materialstärke, die eine Blindnietmutter sicher verbinden kann. Daher ist die korrekte Bestimmung dieses Parameters von zentraler Bedeutung. TUBTARA Blindnietmuttern sind in verschiedenen Varianten mit unterschiedlichen Klemmbereichen erhältlich:
- M3 mit Klemmbereichen von 0,25-2 mm oder 2-3 mm
- M4 mit Klemmbereichen von 0,25-3 mm oder 3-4,5 mm
- M5 mit Klemmbereichen von 0,25-3 mm oder 3-5,5 mm
- M6 mit Klemmbereichen von 0,5-3 mm, 3-5,5 mm oder 5,5-8 mm
- M8 mit Klemmbereichen ab 0,5-3 mm
Die Wahl eines falschen Klemmbereichs kann zu einer unzureichenden Verformung der Blindnietmutter führen, was die Festigkeit der Verbindung beeinträchtigt. Für optimale Ergebnisse sollte die tatsächliche Materialstärke in der Mitte des angegebenen Klemmbereichs liegen.
Materialwahl: Aluminium vs. Edelstahl vs. Stahl
Die Materialwahl der TUBTARA Blindnietmutter beeinflusst massgeblich deren Eigenschaften und Anwendungsmöglichkeiten:
| Material | Vorteile | Typische Anwendungen |
|---|---|---|
| Aluminium | Leicht, korrosionsbeständig | Leichtbau, Luftfahrt |
| Stahl (verzinkt) | Hohe Festigkeit, Korrosionsschutz bis 480h im Salzsprühtest | Automobilindustrie, allgemeiner Maschinenbau |
| Edelstahl A2 | Sehr gute Korrosionsbeständigkeit | Lebensmittelindustrie, Aussenanwendungen |
| Edelstahl A4 | Höchste Korrosionsbeständigkeit | Maritime Anwendungen, chemische Industrie |
Ausserdem sind TUBTARA Blindnietmuttern auch in hochwertigeren A5- und A6-Qualitäten für besondere Anforderungen erhältlich. Bei Anwendungen, die eine erhöhte Dichtigkeit erfordern, können Varianten mit unterkopfbeschichteten Blindnietmuttern gewählt werden, die eine Wasserdichtigkeit nach IP67 gewährleisten.
Kopfformwahl: Wann Flachkopf, wann Senkkopf?
Die Wahl der richtigen Kopfform hängt von den spezifischen Anforderungen Ihres Projekts ab:
Flachkopf (UT/FEF) eignet sich ideal, wenn maximale Festigkeit gefordert ist. Diese Variante bietet die grösste Auflagefläche und somit die höchste Ausreissfestigkeit. Ich empfehle den Flachkopf für die meisten Standardanwendungen, insbesondere bei höheren Belastungen.
Senkkopf (UT/FES) hingegen kommt zum Einsatz, wenn eine bündige Oberfläche gewünscht ist. Jedoch ist hierbei zu beachten, dass eine exakte 90°-Ansenkung im Werkstück erforderlich ist. Nach der Montage sollte der Senkkopf mindestens 0,1 mm vorstehen, damit das aufliegende Bauteil durch das Anziehen der Schraube fest auf den Überstand gedrückt wird, was ein Mitdrehen der Blindnietmutter verhindert.
Kleiner Senkkopf (UT/FEKS) ist die richtige Wahl bei beengten Platzverhältnissen oder wenn ein minimaler Kopfüberstand gefordert ist. Diese Variante bietet allerdings die geringste Ausreissfestigkeit der drei Kopfformen.
Drehmomentanforderungen und Rändelung
Bei Anwendungen mit hohen Drehmomentanforderungen sind speziell gerändelte TUBTARA Varianten zu bevorzugen. Folgende Optionen stehen zur Verfügung:
- Rundschaft mit optimierter Rändelung (KN): Diese Variante bietet einen deutlich verbesserten Verdrehwiderstand gegenüber Standardvarianten und ist in Stahl (verzinkt) sowie in Edelstahl (A2) erhältlich.
- Gerändelte Varianten (RS): Für mittlere Drehmomentanforderungen bieten TUBTARA Blindnietmuttern mit gerändelttem Schaft (RS) eine kostengünstige Alternative.
- Sechskant- und Teilsechskantschaft: Bei höchsten Anforderungen an die Verdrehsicherheit sind diese Varianten zu empfehlen. Sie sind besonders für weichere Materialien wie Aluminium oder Kunststoffe geeignet.
Schliesslich ist bei der Auswahl zu beachten, dass für spezielle Anwendungen, etwa in der Elektromobilität oder bei erhöhten Dichtheitsanforderungen, Sondervarianten mit integrierten Dichtfunktionen oder besonderen Beschichtungen zur Verfügung stehen.
Montageverfahren mit TUBTARA Werkzeugen im Vergleich
Die Wahl des richtigen Montagewerkzeugs für TUBTARA Blindnietmuttern beeinflusst massgeblich die Effizienz und Qualität des Verbindungsprozesses. Je nach Anwendungsfall und Stückzahl stehen verschiedene Werkzeugtypen zur Verfügung, die sich in Bedienung, Geschwindigkeit und Präzision unterscheiden.
Manuelle Montage mit TUBTARA Handsetzwerkzeug MS3
Das TUBTARA Handsetzwerkzeug MS3 ist die kostengünstigste Option für die Montage von Blindnietmuttern bei kleinen Serien oder gelegentlichem Einsatz. Dieses mechanische Werkzeug kommt komplett mit Zubehör und eignet sich hervorragend für den Einstieg in die Blindnietmutterntechnik.
Die MS3 Handsetzzange ermöglicht das Setzen von TUBTARA Blindnietmuttern der Grössen M4, M5 und M6. Sie ist Bestandteil des Blindnietmuttern-Sortiments UT95, welches neben dem Handsetzwerkzeug auch sieben verschiedene Sorten TUBTARA-Blindnietmuttern (je 60 Stück) aus Stahl und Aluminium für einen Klemmbereich bis 3 mm enthält. Der Koffer hat eine Grösse von 325 x 250 x 50 mm und wiegt circa 1,7 kg.
Die Handhabung erfolgt durch manuelle Krafteinwirkung, wobei die Blindnietmutter zunächst auf den Gewindedorn aufgeschraubt und anschliessend in die vorbereitete Bohrung eingeführt wird. Durch Zusammendrücken der Handgriffe wird die Nietmutter gesetzt, indem der hintere Teil des Schaftes umgeformt wird. Nach dem Setzen wird der Gewindedorn durch Drehen des Handgriffs wieder herausgedreht.
Dieser Prozess erfordert zwar mehr körperlichen Einsatz als automatisierte Lösungen, bietet jedoch maximale Flexibilität ohne Abhängigkeit von Energiequellen. Ausserdem ist das Werkzeug mit einem Gewicht von etwa 1,5 kg relativ leicht und gut für den mobilen Einsatz geeignet.
Akkubetriebene Setzpistolen für mittlere Stückzahlen
Für mittlere Stückzahlen und häufigeren Einsatz empfehlen sich akkubetriebene Setzpistolen. Diese bieten einen guten Kompromiss zwischen Mobilität und Arbeitskomfort. Bossard bietet hierfür verschiedene Modelle an, darunter:
- STANLEY® Assembly Technologies NB08PT-18: Ein leistungsstarkes Akku-Blindnietmutternwerkzeug für verschiedene Materialien
- Qonnect® Q-TOOL N12XL: Ein vielseitiges Akku-Setzwerkzeug, das sowohl für Blindnietmuttern als auch für Blindnietschrauben geeignet ist
Diese akkubetriebenen Geräte arbeiten deutlich schneller als manuelle Werkzeuge und ermöglichen ein ermüdungsfreies Arbeiten auch bei grösseren Serien. Die Setzkraft wird dabei elektronisch gesteuert, was zu konstant hoher Verbindungsqualität führt. Moderne Akkutechnologie gewährleistet zudem lange Betriebszeiten, sodass hunderte Blindnietmuttern mit einer Akkuladung gesetzt werden können.
Setzparameter bei hydraulisch-pneumatischen Geräten
Für industrielle Anwendungen mit hohen Stückzahlen sind hydraulisch-pneumatische Setzgeräte die erste Wahl. Diese druckluftbetriebenen Systeme zeichnen sich durch ihre Kraft und Geschwindigkeit aus. Das Setzen von Blindnietmuttern in der Industrie erfolgt nach wie vor am häufigsten mit diesen Geräten.
Bei den hydraulisch-pneumatischen Geräten kann zwischen kraft- und weggesteuerten Varianten gewählt werden. Die Setzkrafteinstellung schont dabei Fügegut und Gewinde und verankert die Nietmutter sicher mit hoher Prozesssicherheit. Besonders hervorzuheben ist die FireFox®-Serie, die durch ihre Farbcodierung eine einfache Einstellung ermöglicht und zudem die Möglichkeit bietet, Setzprozesse ohne grossen Aufwand zu überwachen.
Technische Parameter dieser Systeme variieren je nach Modell:
- Setzhub: 7,5-10 mm
- Setzkraft: 12.000-22.000 N
- Luftverbrauch: 1-4 Liter pro Zyklus
- Gewicht: 2,0-4,5 kg je nach Ausführung
Für besonders anspruchsvolle Anwendungen steht beispielsweise der hydro-pneumatische Setzapparat Typ 742 für TUBTARA® Blindnietmuttern zur Verfügung, der für Gewindegrössen von M3 bis M10 (auch in Edelstahlausführung) geeignet ist.
Die Wahl des richtigen Werkzeugs hängt letztendlich von verschiedenen Faktoren ab: der Stückzahl, der Gewindegrösse, dem Material der Blindnietmuttern, dem verfügbaren Budget sowie den Anforderungen an die Prozesssicherheit. Bei allen drei Werkzeugtypen ist jedoch eine sorgsame Vorbereitung der Bohrung und die richtige Einstellung der Setzparameter entscheidend für ein optimales Ergebnis.
Fehlervermeidung und Nacharbeit bei der Montage
Trotz sorgfältiger Vorbereitung können bei der Montage von TUBTARA Blindnietmuttern verschiedene Probleme auftreten. Die Kenntnis häufiger Fehlerquellen und entsprechender Korrekturmassnahmen ist daher entscheidend für eine erfolgreiche Installation.
Konzentrizitätsprobleme durch falsche Bohrung
Ein häufiges Problem bei der Montage von TUBTARA Blindnietmuttern ist die mangelnde Konzentrizität. Da das Setzgerät nicht immer koaxial zur Bohrung geführt wird und der Zugdorn im gewindefreien Teil des Schafts Spiel hat, kann das Gewinde nicht konzentrisch in der Bohrung sitzen. Besonders bei Teilsechskant-Blindnietmuttern müssen Sechskantlochgrösse, Radius und Toleranzen sorgfältig beachtet werden, um eine einwandfreie Dichtfunktion zu gewährleisten. Bei Rohren und geschlossenen Profilen ist die korrekte Montage besonders herausfordernd, da man nicht sieht, was man tut.
Aufwölbung des Kopfs bei zu hoher Setzkraft
Beim Setzen kann sich der Kopf der TUBTARA Blindnietmutter aufwölben, sodass der Kopfüberstand nach dem Setzen grösser ist als vorher. Allerdings ist diese Aufwölbung in der Regel so gering, dass sie optisch kaum wahrnehmbar ist. Bei zu hoher Setzkraft kann dieser Effekt verstärkt werden. Für spezielle Anwendungen, bei denen ein präziser Kopfüberstand erforderlich ist, sollte dies bei der Planung berücksichtigt werden.
Nachziehen unvollständig gesetzter Blindnietmuttern
Falls eine TUBTARA Blindnietmutter nicht vollständig umgeformt wurde, kann sie noch einmal setzkraftgesteuert nachgezogen werden. Hierbei ist zu beachten, dass eine Setzhub-Überwachung danach nicht mehr möglich ist. Moderne Akkuwerkzeuge wie das TorqueFox können direkt auf die zu verarbeitende Gewindegrösse eingestellt werden, was den Installationsprozess auch bei „blinder“ Montage sehr sicher macht. Genaueres lesen Sie im nächsten Artikel: https://www.t4forum.de/forum/index.php?thread/223333-blindnietmutter-einziehmutter-entfernen-oder-nachziehen/
Ausbohren ohne Beschädigung des Werkstücks
Wenn das Nachziehen nicht erfolgreich ist oder andere Probleme auftreten, muss die Blindnietmutter ausgebohrt und neu gesetzt werden. Beim Ausbohren besteht allerdings die Gefahr, dass die Bohrung im Werkstück beschädigt wird. Um dies zu vermeiden, sollten folgende Schritte beachtet werden:
- Verwenden Sie einen Bohrer mit dem richtigen Durchmesser – etwas kleiner als der Aussendurchmesser der Blindnietmutter
- Bohren Sie vorsichtig und mit niedriger Drehzahl
- Üben Sie nur leichten Druck aus, um ein Ausreissen zu vermeiden
Zudem ist auf den Zustand des Werkzeugs zu achten: Ein verschlissener Zugdorn muss ausgetauscht werden, da sonst das Gewinde der Blindnietmutter beschädigt werden kann.
Materialien und Korrosionsschutz im Überblick
Korrosionsschutz spielt bei der Auswahl von TUBTARA Blindnietmuttern eine entscheidende Rolle für die Langlebigkeit der Verbindung. Die verschiedenen Materialvarianten und Beschichtungsoptionen bieten unterschiedliche Schutzniveaus für verschiedene Einsatzumgebungen.
Salzsprühnebeltest: 200h vs. 4000h Beständigkeit
TUBTARA Blindnietmuttern aus Stahl überzeugen bereits im Standardbereich mit ihrer Zinktop-Oberfläche durch eine Korrosionsbeständigkeit von 480 Stunden im Salzsprühtest. Dies ist deutlich mehr als bei herkömmlichen Stahl-Blindnietmuttern. Beschichtete Varianten erhöhen zudem die Korrosionsbeständigkeit, reduzieren Vibrationskräfte und können zusätzliche Abdichtungsfunktionen übernehmen.
Bei höheren Anforderungen an den Korrosionsschutz stehen Edelstahl-Varianten zur Verfügung, die besonders in aggressiven oder maritimen Umgebungen eingesetzt werden. Während verzinkte Blindnietmuttern kostengünstiger sind und sich für Innenanwendungen oder weniger korrosive Umgebungen eignen, bieten Edelstahl-Blindnietmuttern eine deutlich längere Lebensdauer.
Wann ist eine Unterkopfdichtung sinnvoll?
Eine Unterkopfdichtung empfiehlt sich besonders dann, wenn eine wasserdichte Verbindung erforderlich ist. In Kombination mit geschlossenen Blindnietmuttern bildet eine G-Seal-Unterkopfdichtung eine wasserdichte Verbindung.
Bei speziellen TUBTARA HDPX-Varianten besteht die Unterkopfbeschichtung aus Acrylat in türkiser Farbe. Diese Dichtungen haben eine Haltbarkeit von 4 Jahren bei 30°C und 65% Luftfeuchtigkeit. Darüber hinaus weisen sie beeindruckende Temperaturbeständigkeiten auf:
- Luft: -50°C bis +150°C
- Wasser: +100°C
- Öle, Bremsflüssigkeit: +150°C
- Kraftstoffe: Umgebungstemperatur
- Glykol/Wasser (50/50): +120°C[232]
IPX7-Dichtigkeit mit geschlossenem Schaftende
Blindnietmuttern mit geschlossenem Ende werden eingesetzt, um ein starkes und zuverlässiges Gewinde in dünne oder dicke Metallplatten/-profile, Verbundwerkstoffe oder Kunststoffe einzubringen. Der grosse Vorteil dieser TUBTARA-Variante besteht darin, dass sie Wasser/Gasdichtigkeit bis zu IP67 und IP68 gewährleisten können.
Die TUBTARA HDPX-Blindnietmuttern garantieren unter den Testbedingungen des Herstellers eine Dichtigkeit nach IPX7[232]. Diese geschlossenen Blindnietmuttern besitzen kein Durchgangsloch und sind am Boden der Mutter geschlossen, wodurch sie Schutz vor Verunreinigungen, Schmutz und bedingt vor Feuchtigkeit bieten.
Schlussfolgerung
Zusammenfassend bieten TUBTARA Blindnietmuttern bemerkenswerte Lösungen für anspruchsvolle Verbindungsaufgaben in der Industrie. Diese vielseitigen Befestigungselemente überzeugen durch ihre einseitige Montierbarkeit und beeindruckende Korrosionsbeständigkeit von bis zu 4000 Stunden im Salzsprühtest.
Die Auswahl der richtigen TUBTARA-Variante hängt massgeblich von drei Schlüsselfaktoren ab: dem Klemmbereich, der Materialwahl und der Kopfform. Besonders die Flachkopf-Ausführung gewährleistet maximale Belastbarkeit, während Senkkopf-Varianten eine bündige Montage ermöglichen.
Schliesslich spielt die fachgerechte Montage eine entscheidende Rolle für die Verbindungsqualität. Moderne Werkzeuge – von manuellen bis zu hydraulisch-pneumatischen Systemen – gewährleisten präzise Ergebnisse. Zusätzlich schützen spezielle Unterkopfdichtungen und geschlossene Schaftenden zuverlässig vor Wasser und Verunreinigungen.
TUBTARA Blindnietmuttern haben sich durch ihre Kombination aus Flexibilität, Effizienz und Belastbarkeit als unverzichtbare Verbindungselemente etabliert. Diese Eigenschaften machen sie zur ersten Wahl für zahlreiche industrielle Anwendungen – von der Automobilindustrie bis zur Luftfahrt.
FAQs
Q1. Welche Vorteile bieten TUBTARA Blindnietmuttern gegenüber herkömmlichen Befestigungsmethoden? TUBTARA Blindnietmuttern ermöglichen eine einseitige Montage, sind schnell zu installieren und bieten eine hohe Korrosionsbeständigkeit. Sie können in verschiedenen Materialien eingesetzt werden und verformen das Grundmaterial nicht, was sie zu einer vielseitigen und effizienten Befestigungslösung macht.
Q2. Wie wählt man die richtige TUBTARA Blindnietmutter für ein Projekt aus? Bei der Auswahl sollten Sie den benötigten Klemmbereich, das Material (z.B. Stahl oder Aluminium), die Kopfform (Flach- oder Senkkopf) und die Drehmomentanforderungen berücksichtigen. Für spezielle Anwendungen gibt es auch Varianten mit erhöhter Dichtigkeit oder besonderen Beschichtungen.
Q3. Welche Montagewerkzeuge stehen für TUBTARA Blindnietmuttern zur Verfügung? Es gibt verschiedene Optionen: Manuelle Handsetzwerkzeuge für kleine Serien, akkubetriebene Setzpistolen für mittlere Stückzahlen und hydraulisch-pneumatische Geräte für industrielle Anwendungen mit hohen Stückzahlen. Die Wahl hängt von der Anwendung und der benötigten Effizienz ab.
Q4. Wie kann man Fehler bei der Montage von TUBTARA Blindnietmuttern vermeiden? Achten Sie auf die korrekte Bohrungsgrösse und -konzentrizität, stellen Sie die Setzkraft richtig ein und verwenden Sie geeignete Werkzeuge. Bei Problemen können unvollständig gesetzte Blindnietmuttern oft nachgezogen werden. Im Notfall ist ein vorsichtiges Ausbohren möglich.
Q5. Welche Korrosionsschutzoptionen bieten TUBTARA Blindnietmuttern? TUBTARA Blindnietmuttern sind in verschiedenen Materialien und mit unterschiedlichen Beschichtungen erhältlich. Standardvarianten aus verzinktem Stahl bieten bereits eine gute Korrosionsbeständigkeit, während Edelstahlausführungen für besonders aggressive Umgebungen geeignet sind. Spezielle Unterkopfdichtungen und geschlossene Schaftenden können zusätzlichen Schutz bieten.


